VRT – Vestibuläre Rehabilitation Therapie benutzt spezifische Kopf-, Körper- und Augenübungen. Hierdurch kann das Gehirn Signale vom vestibulären System erkennen und verarbeiten, und diese mit den Informationen von den Augen und der Propriozeption koordinieren.

Das Programm kann Übungen für folgende Bereiche enthalten:

  • Koordinierung der Augen und Kopfbewegungen
  • Verbesserung der Balance und Gehfähigkeit
  • Verbesserung der Fitness und Ausdauer
  • Stimulierung der Symptome von Schwindel um das vestibuläre System zu desensibilisieren.

Der Sessel erlaubt Drehungen im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn in verschiedenen Sitzpositionen. Die Brille mit der Infrarotkamera erlaubt die Integrität von VOR (Vestibulookulärem Reflex) in niedriger Frequenz zu testen.

Die gemessenen Parameter sind Latenz, Frequenz und Symmetrie des VOR.

Ziel der Therapie mit dem Sessel und der Brille ist, beide Innenohren in gleicher Aktivität zu aktivieren, damit der Patient durch das Zentrale Nervensystem seinen Muskeltonus reguliert und zentriert. Ein regulierter und zentrierter Muskeltonus erlaubt dem Patienten kontrollierte Bewegungen zu machen, besser das Gleichgewicht zu halten und eine bessere Körperfühlung im Raum zu haben.

Wie werden vestibuläre Erkrankungen diagnostiziert?

Beim Drehstuhl-Test sitzt der Patient mit einer Video-Brille auf einem drehbaren Stuhl und wird 20-30 Sekunden lang in eine Richtung gedreht. Dabei werden seine Nystagmen aufgezeichnet. Dann geht die Drehung in die andere Richtung, für die gleiche Zeit wie zuvor. Auch dabei werden die Nystagmen notiert. Schließlich werden Ergebnisse der beiden Drehrichtungen miteinander verglichen. Natürlich muss auch das Gehör geprüft werden, da das Gleichgewichts- und Hörorgan ihre Signale über den gleichen Nerv (Nervus vestibulocochlearis) zum Gehirn weiterleiten.

Was ist Gleichgewicht?

Gleichgewicht ist die Fähigkeit den Körperschwerpunkt über den Körperstützpunkt hin aufrechtzuerhalten. Ein gut funktionierendes Gleichgewichtssystem macht es Menschen möglich, beim Bewegen klarzusehen, die Orientierung bezüglich der Schwerkraft zu ermitteln, die Richtung und die Geschwindigkeit der Bewegung zu bestimmen und durch automatische, posturale Anpassungen die Haltung und Stabilität unter verschiedenen Bedingungen und bei verschiedenen Aktivitäten zu erhalten.

Das Gleichgewicht wird durch eine komplexe Reihe von sensomotorischen Kontrollsystemen erlangt und erhalten. Zu diesen Systemen gehören der sensorische Input der Augen (das Sehen), der Propriozeption (das Fühlen / Wahrnehmen) und des vestibulären Systems (Bewegung, Gleichgewicht, räumliche Orientierung). Die Integration dieser sensorischen Inputs und der motorischen Outputs der Augen und Körpermuskeln erhalten das Gleichgewicht.

Eine Verletzung, Erkrankung, oder der Alterungsprozess kann eine oder mehrere dieser Komponenten beeinträchtigen.

Schwindel und Benommenheit

  • Ein drehendes oder wirbelndes Gefühl; das Gefühl, dass man oder die Welt um einen sich drehe (Vertigo)
  • Leichte Benommenheit, sowie ein schwebendes oder schwankendes Gefühl
  • Das Gefühl als wäre man schwergewichtig oder als würde man in eine Richtung gezogen werden

Gleichgewicht und räumliche Orientierung

  • Gleichgewichtsstörung, stolpern, Schwierigkeit gerade zu laufen oder um eine Ecke zu biegen
  • Ungeschicklichkeit oder Koordinationsschwierigkeiten
  • Schwierigkeit eine gerade Haltung einzunehmen; die Tendenz nach unten zu schauen, um den Untergrund im Blick zu halten
  • Der Kopf wird schräg gehalten
  • Die Tendenz beim Stehen etwas anzufassen oder sich festzuhalten; oder im Sitzen sich an den Kopf zu fassen oder den Kopf zu halten
  • Empfindlichkeit gegenüber der Veränderung des Untergrunds oder des Schuhwerks
  • Muskel- und Gelenkschmerzen (aufgrund der Gleichgewichtsprobleme)
  • Schwierigkeit im Gedränge oder in großen, freien Räumen das Gleichgewicht zu halten

Visuell

  • Schwierigkeit Objekte zu fixieren oder zu verfolgen; Objekte oder Wörter auf einer Seite scheinen zu springen, zu verschwimmen oder erscheinen doppelt
  • Belebte, visuelle Umwelt wie z.B. der Verkehr, Menschenmengen oder Einkaufsgeschäfte, sind unangenehm
  • Empfindlichkeit gegenüber Licht, Grellheit und bewegende oder flackernde Lichter; fluoreszierendes Licht kann besonders unangenehm sein
  • Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Computer- oder Fernsehbildschirmen
  • Tendenz nahe Objekte zu fixieren; entfernte Objekte zu fixieren ist unangenehm
  • Erhöhte Nachtblindheit; Schwierigkeit im Dunkeln zu gehen
  • Schwache Tiefenwahrnehmung

Auditiv

  • Hörverlust; verzerrtes und schwankendes Hören
  • Tinnitus (Klingeln, Rauschen, Sausen, Zischen oder andere Geräusche im Ohr)
  • Empfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen oder lauter Umgebung
  • Plötzliche, laute Geräusche können Symptome wie Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen verschlimmern

Kognitiv

  • Schwierigkeit, sich zu konzentrieren oder verminderte Aufmerksamkeit; leicht ablenkbar
  • Vergesslichkeit und Kurzzeitgedächtnisstörung
  • Verwirrung, Desorientierung; Schwierigkeit, Anweisungen und Instruktionen zu verstehen
  • Schwierigkeit, dem Redner während eines Gespräches, einer Sitzung, etc., zu folgen; besonders bei lauten Hintergrundgeräuschen oder bei Bewegungen im Hintergrund
  • Mentale und/oder physische Erschöpfung, die in einem Missverhältnis zur Aktivität steht

Psychologisch

  • Verlust der Selbstständigkeit, des Selbstbewusstseins und des Selbstwertgefühls
  • Angst, Panik, soziale Isolation
  • Depression

Andere Symptome

  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Gefühl einen „Kater“ zu haben oder seekrank zu sein
  • Reisekrankheit
  • Gefühl von Fülle im Ohr
  • Kopfschmerzen
  • Undeutliche Sprache
  • Empfindlichkeit gegenüber Druck, Temperaturveränderungen oder Windströmungen
  • Schmerzen, Druck oder andere Symptome bei Ernährungsumstellung (z.B. hoher Natriumaufnahme)
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